WUMS-Geschichte

Ausstellung <Auf geht's> vom 16.01. bis 6.02.2026 im kulturSCHAUFENSTER des Galerieverlags Blueprint Edition

Fluten-Finissage in der pop-up Galerie der Alten Feuerwache Weimar

Handwritten German text titled 'Tabu des 21. Jahrhunderts' on brown paper taped to glass door with colorful paint splatters underneath.
Three people from behind looking at colorful artwork inside a room, one wearing a black hoodie with 'GROW YOUR MIND' printed on the back.
Man standing behind electronic musical equipment with green lighting and an electric bass guitar in the background in an indoor space.
Indoor art space with large paint-splattered canvases hanging and two people observing nearby.
Older woman wearing glasses and a blue striped shirt standing in a doorway decorated with colorful paint splatters and German words on paper strips.

Am 1.11.25 fand die Beteiligungsaktion "tritt ein - lass ab", ihren feierlichen Abschluss in der Remise der Alten Feuerwache Weimar. Das Publikum hatte die Möglichkeit, die partizipative Kunstwerke zugunsten der Organisation zur Sehnotrettung "Humanity" zu ersteigern. Der Abend wurde von Seratus atmosphärisch bereichert. Die Fotos (1. bis 4.) wurden von Peechana Chayochaichana aufgenommen. Das 5. Bild zeigt die vollendete Installation eines der versteigerten Bilder im Privatraum (Foto privat).

Teilnahme an Fluten - Kunstfestival des Stockwerk e.V.

Tritt ein - lass ab 
Zeitgenössischer Sündenpfuhl 
Ein Beitrag zum Projekt “Fluten” des Stockwerk e.V. im kulturSCHAUFENSTER des Galerieverlags Blueprint edition.

Der englische Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton (1874–1936) meinte: 


"Moral besteht wie Kunst darin, irgendwo eine Linie zu ziehen."

Stell dir vor es gäbe eine Zäsur – eine Art Sintflut; alle himmelschreienden Sünden müssen über Bord geworfen werden, um den Frachter Menschheit zu bereinigen und in eine sichere Zukunft zu steuern. 
Die bekannten Todsünden Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit sind aber inzwischen fest in unserer Gesellschaft etabliert und gar mutiert zu Tugenden unserer Zeit, sorgfältig eingeordnet in die Regale der nützlichen Eigenschaften. 
Wenn nun die einstigen Todsünden zu Tugenden geworden sind, wovon können wir uns noch befreien? Was also werfen wir ab?

Nehmen Sie Teil an einer künstlerischen Untersuchung:

Benennen Sie, was uns-die Menschheit- in den Abgrund ziehen könnte; schreiben Sie es auf und treffen Sie einen Gegenzauber durch ein probates Mittel der Protestbekundung – ein Farbei. Wird es eine vielleicht eine Linie?
Das Gemeinschaftswerk soll am Ende von Fluten zugunsten der Seenotrettung versteigert werden.

„Die Neubewertung der Laster zu nützlichen Eigenschaften oder gar Tugenden finden wir zuerst in der Renaissance, sie schritt in der Moderne weiter fort und ist bis heute nicht abgeschlossen. Der Staatsphilosoph Niccolò Macchiavelli (1469–1527) schrieb: "Wenn man alles genau betrachtet, wird man finden, dass manches, was als Laster gilt, Sicherheit und Wohlstand bringt." Und der Kulturhistoriker Lewis Mumford (1895–1990) konstatierte im Rückblick auf das 19. und 20. Jahrhundert, dass bis auf Trägheit alle Todsünden spätestens in der industriellen Revolution zu Tugenden umgeformt waren. Mehr noch: Sie seien inzwischen die treibenden Kräfte der kapitalistischen Wirtschaftsordnung.“ (Heiko Ernst für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de)

Erste Ausstellung

„WUMS - Kunst aus Versehen“- Ausstellungseröffnung am 29.08. 2025, 17 Uhr in den Räumen des Stockwerk-e.V. auf dem E-Werk-Gelände - eine Kunstfest-Weimar-Ausstellung.

Speziell: Die Bilder sind gemeinschaftliche und prozessorientierte Werke junger Menschen aus Angeboten des Ateliers >WUMS< von Katja Weber. Anspruch der Ausstellung ist der Beweis, Kunst junger Menschen sei schon Bestandteil unserer Kultur und warte nicht erst auf Kulturwerdung. 2015 wurde diese Behauptung in der Kunstfestbegleitausstellung >Fluchtpunkte< und der daraus erwachsenen Aktion des „wandernden Herzens“ (2016) www.herzbildherz.de belegt.

Infolgedessen erschien 2018 der >Weimar-Almanach aus Kinderhand<, ein charmanter Blick hinter die Fassaden Weimars. 10 Jahre nach dem ersten öffentlichen Schritt erfordert die Situation junger Kulturschaffender die Wiederaufnahme des Fadens und geht mit der Geburt eines Mäzenatentums einen Schritt weiter. Das Publikum erfährt die Präsentation zwölf großformatiger, energisch-dekorativer Actionpaintings des letzten Jahres bei musikalischer Begleitung von Seratus

(seratus.de).

Group of children standing in an art studio around a colorful, mixed-media sculpture created under the guidance of artist Katja Weber.